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Rheumatologie
Sarkoidose: Diagnose
Sarkoidose (Synonym: Morbus Boeck)
Definition
Ätiologisch und pathogenetisch ungeklärte granulomatöse Systemerkrankung, die histologisch durch nicht verkäsende Epitheloidzell-Granulome charakterisiert ist; gleichzeitig primärer oder sekundärer Defekt des Immunsystems: Abschwächung von Reaktionen des Spättyps (z. B. Tuberkulinreaktion). Erkrankungsgipfel 3. Lebensjahrzehnt. Die Erkrankung kann gepaart mit Autoimmunerkrankungen auftreten.
Prognose
Die Prognose ist in der Regel gut. 60 % Spontanremissionen, zusätzlich 10–20 % Remission unter Kortikosteroiden. In 10–30 % der Fälle kommt es jedoch zu chronischen Verläufen.
Häufige Symptome
- Löfgren-Trias
- Erythema nodosum (hyperergische Reaktion, kein spezifisches Infiltrat)
- Bihiläre Lymphadenopathie (mit oder ohne Lungeninfiltrate) Löfgren-Trias
- Arthritis großer Gelenke (meist bilaterale Sprungelenke, eventuell Kniegelenke)
- Uveitis
- Temperaturerhöhung, Störung des Allgemeinbefindens, Arthralgien
Organbeteiligung
- Lungenbeteiligung: Husten, Atemnot, Thoraxschmerzen, Infiltrate mit (Stadium II) oder ohne (III) Lymphadenopathie, Lungenfibrose (IV), wobei die Stadien nicht in zeitlicher Folge auftreten müssen.
- Hautsarkoidose (30 %): einzelne bis zahlreiche rotbraune Infiltrate in leicht livider Haut. Einteilung in kleinknotige, großknotige und flächenhaft-infiltrierende Form möglich. Prädilektionsstellen: Gesicht, Extremitätenstreckseiten. Bei Glasspateldruck: gelblich-braunes Infiltrat.
- Augen (25–50 %): Konjunktivitis und Keratoconjunctivitis sicca, Uveitis anterior und posterior; selten Heerfordt-Syndrom (Uveitis, Parotitis, Hirnnervenparesen)
- Gelenke (15–40 %): neben der akuten Oligoarthritis auch chronische Oligoarthritis oder Polyarthritis, lytische Knochenläsionen (ausgestanzt), meist der Phalangen
- Muskel: meist asymptomatisch
- Herz: meist asymptomatisch, Rhythmusstörungen, CMP, Rechtsherzbelastung (Lungenfibrose)
- Leber: meist asymptomatisch, Cholestase möglich
- Speicheldrüsenbeteiligung: Sicca-Symptomatik
- Nervenbeteiligung: Hirnnervenausfälle, leptomeningeale Beteiligung, Neuropathie
Komplikationen
- Lungenfibrose
- Cor pulmonale
- Glaukom und Katarakt
- Nephrokalzinose bei Hyperkalzämie
Diagnostik
- Labor: BSG erhöht, Rheumaserologie meist negativ. Tuberkulintest typischerweise negativ, ACE (Angiotensin Converting Enzyme) zur Diagnose und, wenn erhöht, zur Verlaufskontrolle. (Normwerte: 8–52 U/l), Serum- und 24 h-Harn-Kalzium; Nierenretentionswerte mitbestimmen!
- Thoraxröntgenaufnahme; bei Verdacht Thorax-CT und High-Resolution-CT-Schichten zur Darstellung der Stadien II–IV
- Große Lungenfunktion mit DLCO
- BAL (mehr als 90 % Lymphoyzyten, überwiegend [> 80 %] CD4+)
- Biopsie (nicht verkäsende Epitheloidzell-Granulome)

Aktuelle Literaturempfehlungen:







